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Heilige Öle für die gesamte Diözese

Bischof Dr. Franz Jung feiert Chrisammesse – In Pastoralen Räumen „Führen durch Vorbild“ gefragt – „Mitbrüderlichkeit muss zu Geschwisterlichkeit werden“

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Montagnachmittag, 29. März, die Heiligen Öle für alle 156 Pfarreiengemeinschaften und 17 großen Einzelpfarreien im Bistum Würzburg im Würzburger Kiliansdom geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber, das Chrisamöl für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie für die Weihe von Kirchen und Altären, das Krankenöl für die Krankensalbung. Die Priester und Diakone erneuerten im Gottesdienst ihr Weiheversprechen. Der Gottesdienst fand unter Einhaltung des Corona-Hygienekonzepts statt. Die nur einmal im Jahr stattfindende Chrisammesse feierte Bischof Jung zusammen mit Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran sowie vier Dekanen als Vertretern des Diözesanklerus.

In seiner Predigt blickte Bischof Jung auf das mitbrüderliche Zusammenleben und Zusammenwirken. Jedem werde durch die Leitung „in solidum“ in den Pastoralen Räumen viel abverlangt, wenn diese erfolgreich praktiziert werden solle. „Unsere Einheit gründet in dem Einen, in Jesus Christus, dem wahren und einzigen Hohepriester seiner Kirche, der im Heiligen Geist die irdische Kirche mit dem Leben des dreifaltigen Gottes verbindet“, erklärte der Bischof. Zentral sei, dass jeder auch die Einheit wolle. „Wenn man sie nicht will, wird man 100 Gründe finden, mit denen man sich der Verpflichtung zur Einheit entziehen kann.“ Ihm sei klar, dass angesichts geringer werdenden pastoralen Personals es kaum möglich sein werde, „nur ‚Dream-Teams‘ oder Wohlfühlteams“ in den Pastoralen Räumen zusammenzustellen. Nach den Worten des Bischofs sind die Hauptamtlichen – Priester, Diakone, Pastoral und Gemeindereferentinnen und -referenten – aufgerufen, als Teams das notwendige Bemühen um Einheit selbst vorzuleben. „Hier gilt der Grundsatz des Führens durch Vorbild.“ Gelinge es den Hauptamtlichen nicht, die Einheit zu praktizieren, würden auch die Gemeinden im Pastoralen Raum nicht zusammenwachsen oder überhaupt den Impuls wahrnehmen, enger zu kooperieren, sagte Bischof Jung.

Die drei Öle, die im Gottesdienst geweiht würden, seien ein Hinweis darauf, wie es gelingen könne, die Einheit zu leben. Das Katechumenenöl erinnere an den persönlichen Glaubensweg. Bischof Jung regte an, dass sich die Mitbrüder und ihr Team über den je eigenen Glaubensweg austauschen. „Wenn man weiß, woher einer kommt, welche Erfahrungen für ihn prägend waren und was ihm jetzt wichtig ist, kann man einander verstehen lernen und beginnen, einen Weg miteinander zu gehen.“ Das Chrisamöl verweise auf die Momente, in denen aus der Fülle geschöpft werde. „Das heißt wiederum einander mitzuteilen, wo man seine geistlichen Kraftquellen hat und welche Gaben man einbringen kann, ohne dass dazu schon das letzte Wort gesprochen wäre.“ Aus dem Wissen um die jeweiligen Stärken können nach dem Bekunden des Bischofs die Verantwortlichkeiten zugeteilt werden, die die Last der Arbeit auf mehrere Schultern verteilen.

Das Krankenöl schließlich erinnere an Misserfolge, Verletzungen und Belastungen, die jeder mit sich herumtrage und die die Zusammenarbeit mitunter erschwerten oder gar unmöglich machten. „Dazu bedürfe es der Einübung einer Konfliktkultur, auf deren Basis es möglich wird, Probleme, Fehler und Konflikte offen anzusprechen und nach Wegen zu suchen, die Störungen im Miteinander zu beheben. „Die Mitbrüderlichkeit muss zur Geschwisterlichkeit werden“, forderte der Bischof. Die geweihten Amtsträger müssten sich als „Motoren der Einheit“ verstehen und den Raum eröffnen, „dass sich alle anderen einbringen und mitgestalten können“. „Wo Einheit überzeugend gelebt und vorgelebt wird, da wirkt sie anziehend.“

Nach der Predigt brachten zwölf Diakone Chrisamöl, Katechumenenöl und Öl für die Krankensalbung zum Altar, wo die einzelnen Öle zum Teil beim Hochgebet, zum Teil am Schluss der Feier geweiht wurden. Grundstoff der drei Heiligen Öle ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Für das Bistum Würzburg werden pro Jahr insgesamt rund 60 Liter benötigt. Die Salbung mit Öl ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Die Frauenchoralschola „Vox anima“ sang unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth, Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Orgel. Nach dem Gottesdienst erhielten Vertreter der 19 Dekanate und der Stadtpfarrei Schweinfurt die Öle, die in den folgenden Tagen in die Gemeinden der Diözese gebracht werden.

mh (POW)

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