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Dienen, um sich gegenseitig groß zu machen

Bischof Dr. Franz Jung feiert im Kiliansdom nichtöffentlich die Messe vom Letzten Abendmahl – „Nähe und Distanz“ als Leitfaden für die heiligen drei Tage – Bilder von Menschen, die sich in der Coronakrise engagieren, um den Altar

Würzburg (POW) Mit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 9. April, hat Bischof Dr. Franz Jung die drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn eröffnet. In seiner Predigt betonte er: „Was Jesus hinterlassen möchte, ist eine Lebensform, der es nachzueifern gilt.“ Deswegen habe er „keine Rechtsansprüche, keine privaten Gegenstände, keine Grundstücke und keine Immobilien“ vermacht. Der Bischof Jung feierte den nichtöffentlichen Gottesdienst im Kiliansdoms. Die Feier wurde live auf TV Mainfranken, Facebook, YouTube und bei BibelTV übertragen.

Stühle mit Bildern rings um den Altar verwiesen auf Menschen der Gegenwart, in denen der Dienst der selbstlosen Heilsvermittlung anschaulich wird – wie Pflegekräfte oder Menschen, die andere im Gebet mittragen. Dieser vielfältige Einsatz für andere finde seine Deutung und seinen Grund in Gott, der sich für die Menschen verschenke, sagte der Bischof. Aufgrund der Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus entfielen in diesem Jahr die Fußwaschung, die Sakramentsprozession sowie die Anbetung in der Schönbornkapelle. Am Ende der Messe wurde der Altarraum leer geräumt.

Bischof Jung nannte in seiner Predigt „Nähe und Distanz“ als Leitfaden durch die heiligen drei Tage. „In diesem Thema lässt sich die Coronakrise bündeln, und dieses Thema durchzieht auch alle ihre Begleitumstände.“ Die durch die Ausgangsbeschränkungen erzwungene Nähe mache deutlich: ein Zuviel an Nähe ist auch eine Belastung. Zudem heiße nah beieinander zu sein nicht, dass man auch einander näher komme. Auch die Nähe Jesu und seiner Jünger im Abendmahlsaal habe nicht automatisch zu einem trauten Miteinander geführt. Vielmehr habe diese Nähe dazu geführt, dass die Missverständnisse untereinander offenbar geworden seien.

Jesus habe die Lebensform, der es nachzueifern gelte, in der exemplarischen Handlung der Fußwaschung gezeigt. Er habe sich selbst zum Sklaven gemacht. Keiner solle danach streben, sich selbst zu erhöhen. Vielmehr würde die Selbsterhöhung in Erniedrigung und Enttäuschung enden, so habe Jesus immer wieder betont. Jesus habe geahnt, dass viele sich ihm offenbar nur anschlossen, weil sie im Geheimen Karriereabsichten verfolgten.

Das Unverständnis, das Petrus für die Fußwaschung zeige, mache deutlich, dass die Nähe zu Jesus noch lange nicht bedeute, nahe bei dem zu sein, was diesem wichtig ist. Als Jesus darauf besteht, ihm die Füße zu waschen, will Petrus auch die Hände und das Haupt von ihm gewaschen bekommen. „Das wäre zu viel der Nähe“, betonte der Bischof, zumal nicht nur zum Dienen, sondern auch zum Bedient werden Größe gehöre. Jesus schenke eine Nähe, die den anderen nicht erdrücke, sondern die ihm die Distanz und Freiheit eröffne, sich noch einmal zu dieser Nähe zu verhalten, sagte Bischof Jung. Jesu Priestertum und sein Heiligungsdienst erwiesen sich in heiliger Liebe. Denn die Sünde der Welt bestehe darin, einander zu unterwerfen und voneinander abhängig zu machen und die Hilflosigkeit der Machtlosen auszunutzen. Genau das tue Jesus nicht, der sich in der Eucharistie wie in der Fußwaschung verschenke.

Wie an jedem Gründonnerstag steht laut Bischof Jung die Frage im Raum, ob die Menschen begreifen, was Jesus an ihnen getan hat. „Dienen wir einander, um uns gegenseitig groß zu machen? Hilft unser Dienst, einander zu dieser Form heiligen Dienens zu befähigen?“ Jesus schenke den Menschen durch seinen Dienst ihre Würde.

Für die musikalische Gestaltung sorgten Domorganist Professor Stefan Schmidt und Domkantor Alexander Rüth. Nach dem Gloriagesang verstummten Glocken und Orgel. Erst beim Gloria in der Osternacht werden sie wieder erklingen.

mh (POW)

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